Immer mehr Wanderer und Volksmarsch-Teilnehmer setzen auf Trailrunner statt klassische Wanderschuhe. Was steckt dahinter? Wann macht das Sinn – und worauf musst du achten, wenn du Laufschuhe beim Wandern nutzt?
In Wanderforen, bei Volksmarsch-Veranstaltungen und auf langen Tagestouren ist ein Trend unübersehbar: Immer mehr Teilnehmer tragen keine klassischen Wanderschuhe mehr, sondern Trailrunner. Leichte, flexible Laufschuhe für den Untergrund abseits der Straße haben sich in den letzten Jahren zu einer ernstgemeinten Alternative entwickelt, die von vielen erfahrenen Langstreckenwanderern bevorzugt wird.
Aber ist das wirklich eine gute Idee? Kann ein Laufschuh das leisten, was ein Wanderschuh kann? Und wenn ja: Wie findet man den richtigen Trailrunner für lange Märsche? Dieser Ratgeber gibt dir alle Antworten.
Das Argument für schwere, steife Wanderschuhe war lange Zeit: Sie schützen den Knöchel, sie dämpfen den Aufprall, sie sind robuster. Das stimmt – aber nur teilweise, und nur für bestimmte Situationen.
Aktuelle biomechanische Studien zeigen, dass der Fuß bei leichtem Schuhwerk aktiver arbeitet. Die kleinen Muskeln im Fuß und die Stabilisatoren rund um den Knöchel werden mehr gefordert und dadurch gestärkt. Das Ergebnis: Bei gut trainierten Wanderern bietet ein leichter, flexibler Schuh langfristig sogar besseren Schutz als ein steifer Hochschaft-Wanderschuh, der die Arbeit dieser Muskeln übernimmt und sie damit schwächt.
Hinzu kommt ein einfacher physikalischer Fakt: 100 Gramm weniger Gewicht am Fuß entsprechen einer Energieeinsparung, die sich bei 40.000 Schritten eines langen Marsches klar in den Beinen niederschlägt. Leichtere Schuhe bedeuten weniger Erschöpfung – besonders in der zweiten Hälfte einer langen Tour.
Nicht jeder Laufschuh ist für den Einsatz auf Wanderwegen geeignet. Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen einem Straßen-Laufschuh und einem Trailrunner, und dieser Unterschied ist für das Wandern fundamental.
Der Drop beschreibt den Höhenunterschied zwischen Ferse und Vorfuß im Schuh. Ein klassischer Wanderschuh hat oft einen Drop von 12 bis 16 Millimetern. Viele Trailrunner liegen zwischen 4 und 8 Millimetern.
Eine der wichtigsten Eigenschaften eines guten Trailrunners für lange Wanderungen ist die Rock Plate. Diese harte Platte liegt zwischen Zwischensohle und Außensohle und verhindert, dass spitze Steine, Wurzeln oder Schotter den Fuß schmerzhaft von unten drücken.
Modelle mit Rock Plate sind unter anderem:
Unsere Empfehlung für lange Märsche: Mittlere bis leicht erhöhte Dämpfung. Modelle wie der Salomon X Ultra oder der New Balance Fresh Foam Hierro bieten einen guten Mittelweg.
Einige Trailrunner-Marken (besonders Salomon) sind eher für schmale Füße gebaut. Andere (Hoka, Altra) bauen deutlich breiter. Ein zu enger Zehenbereich führt bei langen Märschen zu Druckstellen und Blasen zwischen den Zehen.
Beim Trailrunner sollte noch mehr Platz zwischen längster Zehe und Schuhspitze sein als beim Wanderschuh. Anderthalb Daumenbreiten sind keine Seltenheit.
Viele erfahrene Wanderer und Volksmärschler besitzen beide Varianten und wählen je nach Veranstaltung und Wetter. Das ist kein Luxus, sondern eine kluge Investition in Komfort und Gesundheit.
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